Feinstaubbelastung in der Wohnung

Hausstauballergien und chronische Atemwegsinfekte wie Asthma nehmen immer mehr zu. Deshalb ist auch die Diskussion um Feinstaub durch den Individualverkehr mehr und mehr im Fokus der Medien. Da die Menschen aber fast 90% ihrer Zeit drinnen verbringen, ist es um so wichtiger, hier nach möglichen Ursachen und Verbesserungen der Situation zu suchen.

In der Regel sind nämlich die Hauptverursacher für Feinstaubbelastung in Wohnungen auch innerhalb dieser zu finden.

Als Feinstaub bezeichnet man Partikel mit einem Durchmesser von unter 10 µm (PM10). Wenn sich keine Personen in den Innenräumen aufhalten und keine Quellen für Feinstaubbildung vorhanden sind, liegt die Feinstaubkonzentration in der Regel um 25- 30% niedriger als draußen. Das liegt daran, dass sich größere Feinstaubpartikel (2,5 – 10 µm) relativ schnell auf Oberflächen absetzen.

Eine der größten Quellen ist der Mensch selber. Selbst ohne größere Aktivität sondert ein normaler Mensch jede Minute ca. 500.000 Partikel (Æ 0,3 µm) ab. Bei starker Bewegung kann das bis fast das 10-fache mehr sein.

Aber es gibt noch jede Menge andere Quellen, die sich stark auf die Feinstaubbelastung in der Wohnung auswirken können. In erster Linie sind das vor allem Verbrennungsvorgänge oder andere thermische Prozesse.

Am stärksten belastet sind Wohnungen von Rauchern. Aber auch häufiges Abbrennen von Teelichtern erzeugt jede Menge feinster Partikel. Ähnliches gilt für Backen, Braten und Toasten. Offenes Kaminfeuer ist ebenfalls ein großer Produzent von Feinstaub in Wohnungen und Häusern.

Versuche des Umweltbundesamtes haben gezeigt, dass z.B. Teelichter mehr und vor allem kleinere Partikel in die Luft setzen, die für die Lungen durchgängiger sind, als z.B. Zigarettenrauch oder Pfeifenrauch. Noch mehr Feinstaub und Rußpartikel werden durch das Abbrennen von Räucherstäbchen verursacht.

Selbst das Schälen einer Orange kann kurzzeitig zu einem sehr hohen Feinstaubeintrag führen. Laserdrucker finden sich heute ebenfalls in vielen Privatwohnungen. Bei häufiger Benutzung (Drucken) sind sie auch eine erhebliche Quelle für PM10-Staub.

Ein hoher Rußanteil in der Raumluft kann im Verbund mit anderen Kleinstpartikeln, vor allem Weichmacher stehen da im Verdacht, zu dem bekannten „Fogging-Effekt“ führen, bei dem sich vor allem oberhalb von Heizkörpern ein schmieriger rußiger Film an der Wand bildet.

Die reale Belastung in Innenräumen kann man durch Partikelzähler ermitteln. Die Anzahl und Verteilung der Staubpartikel in der Innenraumluft wird gemessen und mit der der Außenluft verglichen. Wenn im Innenraum eine deutlich höhere Partikelanzahl zu gemessen wurde, deutet das auf eine Innenraumquelle hin.

Um die Feinstaubbelastung in Innenräumen zu verringern werden u.a. durch das Umweltbundesamt oder das Bundesamt für Gesundheit in der Schweiz folgende Maßnahmen empfohlen:

  • In den Innenräumen sollte nicht geraucht und keine Räucherstäbchen abgebrannt werden.
  • Während und bis kurz nach dem Kochen immer die Dunstabzugshaube anmachen. Wenn keine vorhanden ist, das Küchenfenster öffnen und die Küchentür geschlossen halten.
  • Regelmäßig Staubsaugen. In Staub können sich Schadstoffe anreichern. Gerade im Winter wird alter Staub durch Konvektion der Heizungsluft immer wieder aufgewirbelt.
  • Teppiche regelmäßig staubsaugen und wenn möglich abklopfen.
  • Nach dem Staubsaugen unmittelbar für einen Luftwechsel sorgen (Querlüften) damit der aufgewirbelte Feinstaub abtransportiert wird.
  • Nur Staubsauger mit HEPA-Filter verwenden.

Bei starken Feinstaubeintrag können Luftfilter mit HEPA-Filter eingesetzt werden, die während der Innenraum nicht gelüftet wird, zum Einsatz kommen.

Quelle: Umweltbundesamt

Quelle: Umweltbundesamt

Partikelmessung Außen

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Dipl. Ing. (FH)
Baubiologe (IBN)

Claudius Pöppinghaus

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von Schimmelpilzschäden (TÜV)